Bierwissen

Bierkunde

Bier-Geschichten

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Tradition des Anstoßens

Woher kommt der Brauch, dass man mit Freunden anstößt?

Das Anstoßen war früher überlebenswichtig! Im Mittelalter entstand es als Selbstschutz und hatte mit Freundschaft und Eintracht erst einmal wenig zu tun. War ein Widersacher bei einem Trinkgelage zugegen, konnte es vorkommen, dass man ihm kurzerhand Gift ins Getränk schüttete. Da diese Praxis aber durchaus bekannt war, stieß man so heftig mit seinen Trinkkumpanen an, dass es ordentlich ins andere Glas schwappte. Wollte dieser dann nicht mehr trinken, machte er sich verdächtig.

So setzte sich schließlich durch, dass, wer anstößt, arglose Absichten hat.

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Entstehung des Reinheitsgebotes

Am 23. April 1516 erließ der bayerische Herzog Wilhelm IV. und sein Bruder Herzog Ludwig X. die Vorschrift, dass nur Wasser, Hopfen und Gerste zur Bierherstellung verwendet werden durfte (Hefe war damals noch nicht bekannt und wurde später ausdrücklich hinzugefügt). Damit sollte Weizen als Zutat ausgeschlossen werden, da dieser knapp war und dringend zur Brotherstellung gebraucht wurde.

Darüber hinaus verhinderte es überzogene Bierpreise und die Verwendung teils giftiger Inhaltsstoffe wie Stechapfel, Ruß oder Tollkirschen die dem Bier zwar eine gewisse Würze oder berauschende Wirkung verliehen, aber von leichtem Unwohlsein bis zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen konnten.

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Bierstacheln

Eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert wurde von den Biersommeliers wiederentdeckt. Damals sollte das Bier in erster Line erwärmt werden um auch in kalter Umgebung trinkbar zu sein.

Heute zelebrieren Bierenthusiasten vor allem das Geschmackserlebnis. Der heiße Stachel wird kurz im Bier geschwenkt und durch die entstehende Schaumkrone schnell aus dem Glas entfernt. Das lässt den im Bier vorhandenen Restzucker karamellisieren. Die frei werdende Kohlensäure entlockt dem Bier all seine Aromen und Kaffee- und Röstmalznoten wabern durch die Luft. An den Lippen spürt man erst die Wärme der Schaumkrone durch die dann das kalte Bier hindurchläuft. Ein absolut einzigartiges Trinkerlebnis.

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Tag des deutschen Bieres

Deutschland gehört mit knapp 96 Mio. Hektolitern* zu den führenden Ländern in der Bierproduktion. In fast 1400 Brauereien mit über 5000 verschiedenen Marken wird das Lieblingsgetränk der Deutschen hergestellt. Darum ist es nur logisch, dem Gerstensaft einen eigenen Tag zu widmen.

Der Tag des Bieres wird seit 1994 jedes Jahr am 23. April gefeiert, dem Jahrestag des Erlasses des deutschen Reinheitsgebots im Jahre 1516. Er lässt sich auf besondere Weise feiern, da er in vielen Städten, Biergärten, Brauhäusern und Braumuseen speziell zelebriert wird.

*Statista 2015/2016

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Höchster Bierkonsum

In Europa ist Tschechien mit 144 Litern das Land mit dem höchsten pro Kopf-Verbrauch von Bier. Erst auf Platz 2 liegt Deutschland mit 107 Litern pro Kopf, dicht gefolgt von Österreich mit 104 Litern.

Der größte Bierproduzent weltweit ist mit bemerkenswertem Abstand allerdings China.

Quelle: Statista 2016, Bierkonsum in Europa 2014

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Ist Bier Männersache?

Weit gefehlt. Früher war das Brauen reine Frauensache. An einem Tag der Woche wurde Brot gebacken und ein nicht ganz fertig gebackener Brotlaib als Startkultur für das Brauen genutzt. Mit Wasser vermengt, begann der Gärprozess durch Hefen und Mikroorganismen die in der Luft schwebten.

Die ersten dokumentierten professionellen Brauer waren Frauen. Männern war es im alten Ägypten sogar verboten, Bier zu brauen oder zu verkaufen*.  Die ältesten Rezepte, die bisher gefunden wurden, beschreiben wie Bier hergestellt wird. Sie sind vermutlich über 5000 Jahre alt und wurden auf Steintafeln in Form von Liedtexten festgehalten**.

Quellen: *www.roadhousebrewery.com/fun-beer-facts-you-probably-didnt-know **www.dailyinfographic.com/24-fun-facts-about-beer-infographic

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Bier – reich und arm zugleich

Bier ist ein sehr gehaltvolles Getränk wenn es um die Inhaltsstoffe geht. Es enthält nämlich etwa 8.000 davon, darunter mehr als 400 verschiedene Duftstoffe. Wein dagegen ist eher simpel. Im Wein kommen „nur“ rund 1.200 unterschiedliche Stoffe vor.

Dafür zählt Bier aber zu den kalorienarmen Getränken. Mit seinen durchschnittlich 76 kcal pro 200 ml liegt es unter ungezuckertem Orangensaft mit 90 kcal und weit unter Wein, der für die gleiche Menge ca. 120 kcal zu bieten hat.

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Hilft Bier heilen?

Bier wird viel Gutes nachgesagt, jedoch darf man wegen des Alkoholgehalts nicht von „gesund“ sprechen. Unbestritten ist aber die positive Wirkung des Hopfens. Er wirkt nicht nur beruhigend, sondern auch entzündungshemmend. Dem im Hopfen enthaltenen Inhaltsstoff Xanthohumol wird der Großteil der positiven Eigenschaften zugerechnet, so soll er in der Vorsorge von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Krebs eine Rolle spielen.

Allerdings ist der Anteil im fertigen Bier – sei es auch alkoholfrei – viel zu gering um auf eine therapeutische Wirkung zu hoffen. In erster Linie ist Bier Genuss – und Genuss steigert bekanntlich das Wohlbefinden.

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Prost in 20 Sprachen

  • Bulgarisch: Na zdrave!
  • Chinesisch: Gom bui! (Kantonesisch), Gan bei! (Mandarin)
  • Skandinavisch: Skål!
  • Englisch: Cheers!
  • Finnisch: Kippis!
  • Französisch: Santé!
  • Griechisch: Jámas!
  • Grönländisch: Kasugta!
  • Hawaianisch: Mahalu!
  • Holländisch: Proost!, Op uw gezonheid!
  • Italienisch: Salute!
  • Japanisch: Kanpai!
  • Jiddisch: Mazel tov!
  • Nigerianisch: Mogba!
  • Polnisch: (Na) zdrowie!
  • Portugiesisch: Saúde! (Galizisch), Tim-tim! (Brasilien)
  • Russisch: Vashe zdorovie!
  • Spanisch: Salud!
  • Tschechisch: Na zdraví!
  • Türkisch: Serefe
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Hopfen und Malz – Gott erhalt´s

Oder einer der vielen Heiligen, bei denen die Brauer Schutz für sich und ihre Erzeugnisse erbaten. Das Brauen war früher ein heikles Geschäft. Gerste und Hopfen mussten gedeihen und Wolkenbrüche überstehen. Das Getreide musste über offenem Feuer gedarrt und die Würze gekocht werden, ohne das Haus in Flammen zu setzen. Das Bier musste kühl gelagert werden, damit es nicht schal wurde.

Der heilige Vitus (St. Veit) zum Beispiel steht für Fruchtbarkeit und gute Ernte. Der heilige Florian bietet Beistand in Feuergefahr und Wassernot und der heilige Nikolaus sollte Kälte bringen, damit das Bier den Winter über frisch blieb.

Und weil die Braukunst bis heute – trotz modernster Technik – immer noch ein begnadetes Händchen braucht, werden die Bierheiligen in hohen Ehren gehalten.

Bieriger Spaß

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