Heiko Stephan von Gold Ochsen und Luca Lechler freuen sich, dass der Sommer zurück ist.
Bei strahlendem Sonnenschein kühle Getränke und Snacks in Liegestühlen oder an kleinen Tischen genießen – für angenehmen Schatten sorgen der alte Baumbestand und weiße Sonnenschirme. Im Hintergrund ragen die historischen Gebäude der Ulmer Altstadt und die Stadtmauer empor: Am 1. Mai 2025 hat die Bar Donaugold eröffnet. Sie bietet bis 2027 jeweils von Anfang Mai bis Ende Oktober eine attraktive gastronomische Anlaufstelle. Betrieben wird das kleine Stück Urlaub direkt an der Donau von Luca Lechler, der vielen bereits vom Ulmer Weihnachtsmarkt und Donaufest mit seinem Stand „Der Veganer“ bekannt ist.
Donaugold
Unter der Metzig 7
89073 Ulm
Vom Weihnachtsmarkt zur Uferbar – wie kam es dazu?
Seit 2014 habe ich meinem Vater jedes Jahr an seinem Stand auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt geholfen. Eigentlich habe ich aber in Crailsheim gelebt und als Mechatroniker in der Industrie gearbeitet, pendelte also immer wegen des Weihnachtsmarktes nach Ulm. 2023 habe ich den Stand dann komplett übernommen und bin im Zuge dessen auch umgezogen. Ich hatte die Idee, mir einen Foodtruck zu bauen, mit dem ich für den Rest des Jahres die Besucher auf den Wochenmärkten in der Region versorgen würde. Doch kaum war das Fahrzeug fertig, wollte es schon ein Kunde kaufen. Somit war der Wochenmarkt-Plan hinfällig, aber das Geschäftsmodell, individuell konzipierte Foodtrucks auszubauen, geboren.
Da war die Uferbar aber noch nicht geplant?
Nein, ich war voll und ganz auf das Geschäft mit den Foodtrucks fokussiert. Drei Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist habe ich die Ausschreibung der Stadt Ulm für die Uferbar gelesen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben meine gute Freundin Smilla und ich ein Konzept ausgearbeitet und abgeschickt. Als wir die Zusage erhielten, waren wir zunächst überrascht, dann musste ich mich aber sofort um die Umsetzung kümmern. Es war Anfang Februar, und die Eröffnung sollte am 1. Mai stattfinden. Für die Fertigstellung eines Foodtrucks benötige ich in der Regel jedoch vier bis fünf Monate.
Warum steht an der Donauwiese ein Container und kein Foodtruck?
Die Fahrzeuge haben viele Details, die schnell beschädigt werden können. Das mindert den Wert extrem. Mir war klar, dass ich an diesem Standort etwas Robusteres benötige, das über Monate dort stehen kann. Deshalb habe ich einen zwölf Meter langen Schiffscontainer besorgt und ihn auf 7,5 Meter gekürzt. Für den Ausbau blieben dann noch etwa sechs Wochen Zeit. Dass ich im Vorfeld nur begrenzt Zeit hatte, wird jetzt an einigen Stellen sichtbar – aber genau darin liegt auch eine wertvolle Lernchance.
Wie meinst du das?
Zum Beispiel habe ich den Platzbedarf für Gläser und Geschirr, das noch nicht in der Spülmaschine ist, etwas unterschätzt. Solche Feinheiten zeigen sich oft erst im laufenden Betrieb. Wenn der Container im Winter wieder in Weißenhorn steht, nutze ich die Zeit nach dem Weihnachtsmarkt, um den Innenausbau weiter zu optimieren. Schön ist, dass wir drei Jahre lang an der Donau bewirten dürfen – das gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und uns stetig zu verbessern – und nächsten Sommer steht dann alles perfekt.
An welchen Stellschrauben müsst Ihr sonst noch drehen?
Zu Beginn hatten wir eine deutlich umfangreichere Speisekarte – unter anderem mit Baguette, Bruschetta und Oliven. Im Laufe der ersten Wochen hat sich jedoch gezeigt, welche Angebote bei unseren Gästen besonders gut ankommen. Deshalb haben wir unser Sortiment gezielt angepasst und konzentrieren uns derzeit auf beliebte Klassiker wie Pommes und Kuchen. Aktuell sind wir dabei, unser Speisenangebot weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, etwas zu finden, das wenig Lagerkapazität benötigt, schnell zubereitet ist und zugleich geschmacklich überzeugt.
Wie schaffst Du es, den Bau der Foodtrucks und die Uferbar unter einen Hut zu bringen?
Das ist natürlich nur mit einem großen Team zu bewältigen. Insgesamt arbeiten derzeit 38 Personen in der Uferbar, davon drei Teilzeitkräfte und viele Studenten. Wir müssen absolut flexibel sein, da unser Geschäft immer vom Wetter abhängig ist. Wenn die Sonne am Wochenende scheint, benötigen wir eine Menge Manpower. Wir haben zwar nur 40 Sitzplätze und zehn Liegestühle, aber viele Ulmer kommen vorbei, leihen sich eine Decke und setzen sich auf die Donauwiese. Dafür bieten wir Kaffee, Kuchen und kühle Getränke. An anderen Tagen hingegen ist es dafür zu kalt und wir haben weniger Gäste. Insgesamt können wir aber sehr zufrieden sein, denn Mai und Juni waren sehr umsatzstark.
Wann war klar, dass ihr mit der Brauerei Gold Ochsen zusammenarbeiten möchtet?
Das war von Anfang an klar. Ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts war schließlich die Kooperation mit Lieferanten aus der Region. Das umfasst nicht nur das Bier, sondern auch alkoholfreie Getränke. Es ist natürlich perfekt, wenn man Säfte, Softgetränke und Bier aus einer Hand bekommt und dafür nicht verschiedene Lieferanten benötigt. Glücklicherweise kam der Kontakt mit Heiko Stephan von Gold Ochsen direkt nach der Vergabe durch die Stadt zustande.
Welche Getränke sind im Donaugold besonders beliebt?
Das Ulmer Hell ist bei den Bieren ganz klar die Nummer eins, dicht gefolgt vom klassischen Hefeweizen und dem Gold Ochsen Original. Darüber hinaus bieten wir noch Kristallweizen und alkoholfreies Weizenbier an. Da das Ulmer Hell alkoholfrei so gut bei unseren Gästen ankam, haben wir es direkt in die Karte aufgenommen – es ersetzt nun die alkoholfreie Variante des Originals. Afri cola zero und Maracuja-Spritz sind die Verkaufsschlager unter den Gästen, die kein Bier trinken.
Was bietet ihr euren Gästen sonst?
Aus Rücksicht auf die Anwohner dürfen wir nur zweimal im Monat Veranstaltungen mit Musik durchführen. Gemeinsam mit Ritmo Latino bieten wir beispielsweise einmal monatlich einen Salsa-Abend an. Bier- und Spritz-Yoga mit Natalie Maier findet ebenfalls regelmäßig hier statt und hat viele Fans. Neu ist außerdem der Run-Club: Jeden Mittwochabend treffen sich Läufer aus Ulm hier an der Uferbar, um gemeinsam eine Runde zu laufen. Start- und Endpunkt ist die Uferbar. Die Resonanz ist mittlerweile riesig: Zu Beginn waren es gerade einmal zehn Läufer, beim letzten Mal bereits rund 150. Nach dem Lauf genießen die Teilnehmer gemeinsam noch ein kühles Bier. Das ist eine tolle Veranstaltung, um Leute kennenzulernen. Insgesamt könnten wir noch viel mehr machen, denn die Nachfrage ist da.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich würde gerne mehr Sitzplätze schaffen, aber die Anzahl ist genau vorgegeben. Die Stadt Ulm möchte verständlicherweise sicherstellen, dass auch diejenigen, die kein gastronomisches Angebot nutzen möchten, genügend Raum haben. Hätten wir jedoch mehr Plätze, wären diese ebenfalls voll.
Abschließende Frage: Was ist dein persönliches Lieblingsbier?
Das ist einfach: das Ulmer Hell.