Heiko Stephan von Gold Ochsen, Carlos Renz, Karin Renz, Manfred Renz, Carina Renz (von links)
Mit Manfred und Karin Renz leitet bereits die fünfte Familiengeneration das Rössle im Ulmer Ortsteil Ermingen. Tochter Carina und Sohn Carlos sind ebenfalls fest im Tagesgeschäft involviert. Seit die Vorfahren der Familie Renz die damalige Dorfwirtschaft mit zugehöriger Landwirtschaft als Hochzeitsgeschenk erhielten, hat sich vieles verändert, eines jedoch nicht: Gäste lieben das Rössle aufgrund des guten Essens und weil sie spüren, dass sie willkommen sind. Auch beim Interview hat sich die ganze Familie Zeit genommen, um mit viel Enthusiasmus über das Rössle und seine vielen Geschichten zu plaudern.
Hotel Gasthof Rössle
Ortsstraße 56
89081 Ulm-Ermingen
Welchen Anteil hat die Landwirtschaft heute noch?
Manfred Renz: Sicher nicht mehr so viel wie noch zu den Zeiten, als meine Großeltern für den Betrieb verantwortlich waren. Damals gehörten zur Landwirtschaft noch Vieh sowie Pferdefuhrwerke, der Namen Rössle kommt also nicht von ungefähr. Mein Sohn und ich bewirtschaften heute lediglich noch Ackerland.
Das heißt, Sie hatten sich zunächst auch eher auf den landwirtschaftlichen Betrieb konzentriert?
Manfred Renz: Ja, ich habe zunächst eine Ausbildung zum Landwirt gemacht, aber meine Eltern sind leider sehr früh verstorben und da musste ich natürlich auch die Gastronomie übernehmen. Das nötige Wissen dazu erhielt ich dank einer Ausbildung zum Hotelfachmann. In dieser Zeit wurde das alte Rössle-Gebäude abgerissen und das neue gebaut. Die Fertigstellung war 1983 und 1984 habe ich dann übernommen. 1993 kam der Neubau mit weiteren Hotelzimmern dazu.
Nun steht die nächste Generation bereit – war es schon immer klar, dass das Unternehmen in der Familie bleibt?
Carina Renz: Mein Bruder und ich sind wie unser Vater mit dem Betrieb aufgewachsen und waren somit eigentlich schon immer Teil des Teams. Mit einer kaufmännischen Ausbildung und einem BWL-Studium habe ich mir jedoch auch ein fachliches Fundament für die Weiterführung von Gasthof und Hotel gesetzt. Wir arbeiten täglich mit unseren Eltern zusammen und das harmoniert – die Frage, wer wann übernimmt, stellt sich aktuell überhaupt nicht.
Sind Sie zufrieden mit der Auslastung des Hotels?
Carina Renz: Ja, das sind wir. Unter der Woche haben wir hauptsächlich Geschäftsreisende, aber an den Wochenenden und in den Sommermonaten nutzen viele Durchreisende die gute Lage. Wir bieten eine ruhige und ländliche Atmosphäre, sind aber nur einen Katzensprung von der Stadt entfernt, sodass viele Ulm-Besucher ebenfalls bei uns übernachten. Das ist eine gute Mischung.
Der Gasthof ist ebenso beliebt. Woran liegt das?
Karin Renz: Wir heißen jeden Gast willkommen, ganz gleich, wer oder was er ist und das spüren unsere Gäste einfach. Nicht umsonst begleiten wir als Rössle-Wirte Familien über Generationen hinweg. Von der Taufe über die Kommunion bis zur Hochzeit werden sämtliche Familienfeste bei uns gefeiert. Unsere Gäste kommen aber nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern aus der ganzen Region. Gerade im Sommer kehren bei uns viele Ausflügler ein.
Dafür benötigt man aber genügend Platz und ein großes Team. Wie sind Sie hier aufgestellt?
Carina Renz: Der gesamte Gasthof bietet Platz für 120 Gäste, inklusive Nebenzimmer mit 35 Sitzplätzen und dem „Söflinger Stüble“, in dem wir 20 Personen bewirten können. Auf unserer Terrasse finden rund 60 Personen ein lauschiges Plätzchen unter den Bäumen. Natürlich schaffen wir das nicht alleine, insgesamt arbeiten 20 Personen hier. Diese Zahl beinhaltet aber auch die Angestellten im Housekeeping im Hotel oder die Aushilfen in der Küche sowie im Service.
Manfred Renz: Seinen Namen hat das Söflinger Stüble übrigens deshalb, weil wir darin Werke vom Söflinger Künstler Wilhelm Luib zeigen. Diese haben wir von ihm persönlich erhalten.
Woran liegt es, dass Sie so viele Stammgäste haben?
Carina Renz: Selbstverständlich an unserem familiärem Flair und dem guten Essen. Wir haben schon immer den Fokus auf traditionelle schwäbische Küche gelegt, die wir immer mal wieder anders interpretieren. Doch unsere Klassiker wie die Maultaschen, Tellersülze oder saure Kutteln sind nach wie vor die Favoriten bei unseren Gästen. Besonders beliebt ist der Mittagstisch immer Mittwoch und Donnerstag mit seiner abwechslungsreichen Tageskarte. Auf dieser findet man Klassiker wie Königsberger Klopse, Gulasch oder auch mal die Currywurst mit Pommes. Dazu gibt es ein kleines Bier und das Ganze kostet 11,90 Euro.
Karin Renz: Der entscheidende Punkt ist, dass wir noch alles selbst machen – von der Suppenbrühe über den Kartoffelsalat bis zu den Maultaschen. Wir kaufen keine Tüten, sondern frische Produkte. Die Kartoffeln kommen ebenso vom Bauern in der Nähe wie die Eier und Hühner. Unsere Bratwürste sind sehr beliebt und die beziehen wir von der Landmetzgerei in Schießen, wo die Schweine vom Hof meiner Schwester verarbeitet werden.
Seit wann arbeiten Sie mit der Brauerei Gold Ochsen zusammen?
Carina Renz: Die alkoholfreien Getränke der Ulmer Getränke Vertrieb GmbH haben wir bereits seit 2016 im Angebot. Die Biersorten kamen dann 2024 dazu. Das Sortiment passt einfach zu uns. Das Kellerweizen Urtyp, Ulmer Hell sowie Kellerbier schenken wir aus dem Fass aus. Außerdem haben wir das alkoholfreie Weizen und das Kristallweizen sowie alkoholfreies Gold Ochsen Original auf der Getränkekarte.
Manfred Renz: Wir hatten früher unser „eigenes Bier“, das die Schlösslebrauerei in Neu-Ulm Offenhausen gebraut hat. Das war das klassische Märzen, das für uns unter dem Namen Rössle-Bier abgefüllt wurde. Als die Brauerei jedoch ihre Arbeit eingestellt hat, war die Zeit für einen Wechsel gekommen.
Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit?
Carina Renz: Der Service ist super – gerade, wenn es mal schnell gehen muss. Aber auch die Bestellung funktioniert problemlos, bis hin zu den netten Fahrern, die uns beliefern. Den Wechsel zu Gold Ochsen haben wir also nicht bereut.
Und welches Bier trinkt der Rössle-Chef am liebsten?
Manfred Renz: Das Kellerweizen Urtyp ist für mich das beste Bier von Gold Ochsen.