Stefan Bausenhart, Heiko Stephan von Gold Ochsen (von links)

Sie gehört definitiv zu den ältesten „Kneipen“ Ulms: die Wirtschaft zur Stadt Heidenheim. Mitten in der Stadt, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Brauerei Gold Ochsen und doch ruhig gelegen, empfängt das Lokal seit 120 Jahren Gäste aller Couleur. Das „Heidi“, wie es oft genannt wird, ist genauso, wie man sich eine Wirtschaft für das Feierabendbier oder den Skatabend vorstellt: rustikale Tische, Hocker an der Theke, viele Erinnerungen an den Wänden und der Tischkicker darf natürlich auch nicht fehlen. Eine Besonderheit ist der etwas versteckte Biergarten im Hinterhof – als kleine Oase zwischen Backsteinwänden. Dieser feierte im letzten Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Wirtschaft zur Stadt Heidenheim
Gaisenbergstraße 32
89073 Ulm

https://wirtschaft-heidenheim.9gg.de

Was können Sie uns zur Geschichte der Wirtschaft zur Stadt Heidenheim erzählen?

Stefan Bausenhart: Der Historiker Eberhard Merk ist im Ulmer Stadtarchiv der Geschichte nachgegangen und hat einiges gefunden: Im Juli 1905 wurde die sogenannte Wirtschaftskonzession erstmals für die Fläche im Erdgeschoss dieses Gebäudes genehmigt.  Fast vor der Haustür befand sich die Bahnhofshaltestelle „Stuttgarter Tor“ und der Wartesaal war oftmals für die vielen Fahrgäste zu klein – eine Wirtschaft in unmittelbarer Nähe war da natürlich ideal. Noch im Jahr 1905 kaufte August Leibinger II., der Großvater der heutigen Geschäftsführerin Ulrike Freund, das gesamte Gebäude. Nach einem Umbau konnte der erste Pächter, Anton Endres, schließlich im Juni 1906 eröffnen. Endres führte das Lokal ganze 50 Jahre lang und hatte auch die Idee, hinter dem Haus eine Gartenwirtschaft anzubieten. Dies wurde ihm im Juli 1925 erlaubt.

Das 100-jährige Jubiläum des Biergartens haben Sie nicht groß gefeiert, wie schaut es mit dem 120. Geburtstag der Heidi aus?

Stefan Bausenhart: Am Donnerstag, den 23. April 2026, findet bei uns abends ein Vortrag von Eberhard A. Merk zur Geschichte der „Heidi“ statt. Außerdem lade ich einige „Ehemalige” ein, darunter den Bruder des Pächters Walter Stark. Dieser übernahm im März 1966 und hatte die Idee, im Nebenzimmer einen Plattenspieler aufzustellen, damit die Gäste tanzen konnten. Leider verstarb er noch im selben Jahr nach einem Unfall. Sein Bruder erinnert sich jedoch sehr gut an diese Zeit und kann viele Geschichten erzählen. Am Freitag geht es dann mit Musik weiter. Ich habe etliche Künstler zu Gast, die mit ihren Bands an diesem Abend auftreten.

Wann haben Sie übernommen und wie kam es dazu?

Stefan Bausenhart: Eigentlich konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, Wirt zu sein. Meine Welt waren Kunst- und Musikveranstaltungen. Ab dem Jahr 2002 konnte ich mich im damaligen Bahnhofsgebäude in Neu-Ulm darin komplett entfalten. Leider wurde der Bahnhof 2007 abgerissen und ich musste mir etwas anderes suchen. Gemeinsam mit einem Partner habe ich dann im „Eden“ weitergemacht und in dieser Zeit hat Peter Völzke mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, von ihm zu übernehmen. Peter war seit 1977 Pächter des „Stadt Heidenheim“ und wollte aufhören. So wechselte ich 2009 vom „Eden“ in das „Heidi“ und wurde doch Wirt.

Bieten Sie Speisen an?

Stefan Bausenhart: Mein Fokus liegt auf den Getränken. Zwar gibt es auch Pizza, Kässpätzle, Flammkuchen und manchmal saisonale Gerichte wie Wurstsalat im Sommer, doch das läuft eher nebenher. Da ich kein Personal habe und alles allein mache, kann ich nicht aufwendig kochen. Das Heidi ist kein Speiselokal, aber das erwarten meine Gäste auch gar nicht.

Wie viele Gäste können Sie bewirten?

Stefan Bausenhart: Innen gibt es rund 60 Sitzplätze, im Nebenzimmer noch einmal knapp 20. Im Sommer finden im Biergarten ebenfalls circa 60 Gäste Platz.

Dass die Brauerei Gold Ochsen Ihr Partner ist, versteht sich bei der Geschichte von selbst, wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Stefan Bausenhart: Am liebsten ist es mir, wenn alles entspannt läuft und ich meine Kneipe in Ruhe führen kann. Genau das ist bei der Zusammenarbeit mit Gold Ochsen der Fall.

Welche Getränke werden bei Ihnen besonders häufig bestellt?

Stefan Bausenhart: Gold Ochsen Original liegt hier definitiv auf Platz eins, das schenke ich aus dem Fass aus. Hefe- und Kristallweizen werden aber auch häufig bestellt. Man merkt, dass der Anteil alkoholfreien Bieres steigt – insbesondere Anfang des Jahres, wenn viele am „Dry January“ teilnehmen. Es kommen auch immer mehr junge Gäste, die weniger Alkohol trinken und stattdessen afri cola bestellen. Das Angebot von Gold Ochsen und der Ulmer Getränke Vertrieb GmbH ist glücklicherweise sehr vielfältig.

Und was ist Ihr Lieblingsbier?

Stefan Bausenhart: Ich selbst trinke insbesondere beim Arbeiten wenig Alkohol, wenn ich aber mal ein Bier genieße, dann ist es eine klassische Halbe, also ein Gold Ochsen Original.

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