Schatten-Wirtin Ulrike Häge und Heiko Stephan von Gold Ochsen (von links)
Wer nachmittags zur richtigen Zeit durch die Söflinger Weihgasse schlendert, kann es ganz genau hören: In der Küche der Gaststätte „Zum Schatten“ werden wieder Schnitzel geklopft. Seit Ulrike Häge die Gaststätte vor 26 Jahren übernommen hat, werden dort Schnitzel gebraten und serviert, wie sie sein sollen: knusprig goldbraun und am liebsten mit Kässpätzle oder Pommes. Der Anfang war nicht einfach, doch „Ulli“, wie die Söflinger sie nennen, bewies Durchhaltevermögen. Heute ist der „Schatten“ aus der regionalen Gastronomie nicht mehr wegzudenken, denn längst kommen die Gäste nicht nur aus den umliegenden Gassen, sondern aus der ganzen Umgebung.
Zum Schatten – Söflingen
Weihgasse 11
89077 Ulm-Söflingen
Wie war es damals, als Sie den Schatten übernommen haben?
Ulrike Häge: 1999 war der „Schatten” noch eine richtige Kneipe mit einer riesigen Theke, Spielautomaten und einem ganz anderen Publikum als heute. Zu dieser Zeit habe ich im Café Ambiente um die Ecke gearbeitet und mitbekommen, dass der Pächter des „Schatten” aufhört. Dann habe ich diesen Schritt einfach gewagt. Es hat allerdings fast fünf Jahre gedauert, bis alles lief – ich habe also wirklich nicht geahnt, dass es einmal so erfolgreich werden würde.
Konnten Sie damals nach Ihren Wünschen umgestalten?
Ulrike Häge: Viel umbauen durfte ich nicht, denn die Holzvertäfelung der Gaststätte steht unter Denkmalschutz. In Ulm gibt es diese meines Wissens sonst nur noch im Hotel Bäumle. Ich konnte jedoch die Theke etwas verkleinern, die Möbel aufwerten und streichen. Im Zuge dessen wurden auch die Spielautomaten entfernt und nicht mehr wieder eingebaut. Aber es ist auch gut, so wie es ist. Die urige traditionelle Atmosphäre macht den Schatten einfach aus.
War Ihnen von Anfang an klar, wie die Speisekarte aussehen soll?
Ulrike Häge: Ja, ich wollte auf jeden Fall Schnitzel anbieten – aber frisch, nicht eines aus der Packung, das in der Fritteuse ausgebacken wird. Ordentliche Kässpätzle und knusprige, richtig gewürzte Pommes gehören da einfach dazu. Wir haben aber auch einen Feldsalat mit hausgemachtem Dressing auf der Karte, der sehr beliebt ist. Die Schatten-Seele mit Schnitzel hat ebenfalls zahlreiche Fans. Es hat sich definitiv gelohnt, so viel Energie in das Konzept und die Gaststätte selbst zu stecken.
Wie viele Schnitzel verlassen denn im Durchschnitt Ihre Küche?
Ulrike Häge: Wir haben von Mittwoch bis Sonntag ab 17 Uhr geöffnet. In diesen fünf Tagen gibt unsere Küche in der Regel rund 200 Schnitzel heraus. Diese werden jedoch nicht alle direkt vor Ort gegessen, da viele Gäste ihre Schnitzel gerne telefonisch bestellen und abholen. Unser Außer-Haus-Geschäft läuft mittlerweile ebenso gut wie der Schatten selbst. Wir haben Gäste aus dem ganzen Umkreis, die extra zu uns fahren, um ihr „Schatten-Schnitzel” zu Hause zu genießen.
Liegt das auch an der Größe des Schattens?
Ulrike Häge: Ganz bestimmt, wir haben nicht viel Platz und ohne Reservierung kann es schon sein, dass man leider keinen Tisch bekommt. Im Gastraum können wir rund 40 Gäste bedienen, im vorderen Bereich inklusive Theke etwa 20. Zwar ist es im Sommer entspannter, da uns im Hinterhof noch einmal 40 Plätze und vor dem Haus 20 Plätze zur Verfügung stehen, aber mehr geht einfach nicht.
Seit wann ist die Brauerei Gold Ochsen Ihr Partner?
Ulrike Häge: Seit zwei Jahren habe ich die Biere von Gold Ochsen im Sortiment. Zunächst war ich enttäuscht, als die Brauerei, bei der ich bisher eingekauft habe, in die Insolvenz ging. Das hat sich jedoch schnell geändert. Mein Ansprechpartner Heiko Stephan hat mich hervorragend dabei beraten, welche Biersorten ich aufnehmen sollte. Seitdem haben wir Gold Ochsen Original, Pils, Kellerweizen, Kellerbier sowie die alkoholfreien Varianten von Weizen und Original auf der Karte.
Wie haben Ihre Gäste diesen Wechsel aufgenommen?
Ulrike Häge: Da gab es keine Probleme: Das Gold Ochsen Original ist mittlerweile das meistgetrunkene Bier hier im „Schatten“. Es wird frisch vom Fass gezapft und hat viele Anhänger. Aber auch das Kellerbier kommt gut an. Ich bin also sehr zufrieden – mit der Qualität des Bieres und des Services.