Bekannt als UIms grüne Oase wird die Friedrichsau seit Jahrhunderten nicht nur von den Einwohnern der Donaustadt geschätzt, sondern ist auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Neben dem Tiergarten laden abenteuerhafte Spielplätze, idyllische Spazierwege und natürlich auch die gemütlichen Biergärten zum Verweilen ein. Eine echte Institution inmitten der Au ist die Teutonia mit traditionell schwäbisch-bayerischer Küche, erfrischendem Bier der Brauerei Gold Ochsen oder alkoholfreien Durstlöschern der Ulmer Getränke Vertrieb GmbH. Seit 2014 heißen Steffi und Stefan Beilhardt die Gäste dort herzlich willkommen.
Herr Beilhardt, wie sind Sie zur Gastronomie gekommen?
Die Gastronomie ist schon immer meine Leidenschaft gewesen – ich bin schließlich auch mit ihr groß geworden. Meine Eltern und Großeltern haben ebenfalls ein Hotel bzw. eine Gaststätte geführt und so kam es, dass ich bereits als Jugendlicher in der Küche oder an der Theke geholfen habe. Nach meinen Ausbildungen zum Koch und Hotelbetriebswirt sammelte ich in verschiedenen leitenden Positionen in Hotels und Münchner Biergärten unheimlich viel Erfahrung – um mir letztendlich mit der Teutonia den Wunsch nach einer Selbstständigkeit in der Gastronomie zu erfüllen.
Was hat Sie dazu bewogen, die Teutonia zu übernehmen?
Meine Frau Steffi und ich sind bei Spaziergängen durch die Friedrichsau immer wieder hier vorbeigekommen – und als gebürtiger Ulmer kannte ich die Teutonia natürlich auch. Als 2014 ein neuer Pächter gesucht wurde, haben wir nicht lange gezögert. Denn der Biergarten liegt in einer traumhaften Umgebung und hat dank seiner Größe enormes Potenzial.
Was macht Ihren Biergarten einzigartig?
Das hier ist ein Treffpunkt für jedermann und jedefrau. Mit unserer umfangreichen Speisekarte, die vor allem leckere schwäbische und bayerische Gerichte, aber auch hausgemachte Kuchen umfasst, werden wir jedem Alter, kulturellem Hintergrund und verschiedensten kulinarischen Vorlieben gerecht. In diesem Jahr bieten wir außerdem erstmals zwei vegane Gerichte: Jalapeno-Stangerl mit Currysauce und Pommes sowie veganen Leberkäse mit Kartoffelsalat. Für zusätzliche Abwechslung stellen wir ein buntes Programm mit verschiedenen kulinarischen Highlights – wie Steckerlfischessen oder Haxenschmaus – und musikalischer Unterhaltung auf die Beine. Ein zusätzlicher Pluspunkt für Familien: Dank Spielplatz, Karussell und Trampolinanlage schlagen Kinderherzen höher, während Eltern in Sichtweite eine entspannte Zeit verbringen.
Sie bieten sowohl bediente als auch nicht-bediente Sitzplätze an. Was hat es damit auf sich?
Auf diese Weise möchten wir den unterschiedlichen Vorlieben unserer Gäste gerecht werden. Der eine legt mehr Wert auf den Komfort durch eine Bedienung, der andere freut sich, seinen Geldbeutel zu schonen. Denn bei den 400 Plätzen mit Selbstbedienung sind die Preise für Speisen und Getränke etwa zehn bis zwanzig Prozent niedriger. Tatsächlich ist es aber so, dass die 200 bedienten Plätze meist zuerst besetzt sind – Wohlfühlfaktor sticht Preis.
Wie viele Speisen und Getränke gehen an einem schönen Sommertag über die Theke?
An guten Tagen servieren wir bis zu 1.000 Gerichte. An einem Wochenende kommen wir etwa auf 150 Kilo Pommes, 100 Kilo Kartoffelsalat und 1.000 Liter Bier. Dabei ist unser Schnitzel der unangefochtene Liebling und bei den Getränken liegt das Gold Ochsen Original vorne.
Das sind enorme Mengen. Was sind die wichtigsten Stellschrauben, um das Tagesgeschäft zu stemmen?
Erforderlich ist zum einen natürlich eine gut organisierte Küche und ein motiviertes Team im Service. Hier sind wir glücklicherweise trotz der allgemein angespannten Personalsituation in der Gastronomie gut aufgestellt. Zum anderen sind verlässliche Partner sehr wichtig. Daher setzen wir ausschließlich auf regionale Lieferanten wie die Brauerei Gold Ochsen. Da wir in dieser Größenordnung nicht alle Speisen selbst zubereiten können, arbeiten wir auch hier mit qualitativ hochwertigen Zulieferern zusammen. Dazu zählen zum Beispiel die Metzgerei Schneider bei Stuttgart, mit der wir unser eigenes Maultaschen-Rezept entwickelt haben, oder der Kartoffelhof Steinhauser in Dettingen an der Iller, der uns mit frisch produziertem Kartoffelsalat und Spätzle nach schwäbischer Hausfrauenart beliefert.