„Tradition aus Leidenschaft“. Das gilt nicht nur für die Brauerei Gold Ochsen, sondern ebenfalls für das Ulmer Fischerstechen, das 2025 in den üblichen – zuletzt von der Corona-Pandemie durchkreuzten – 4-Jahres-Turnus zurückkehrte. Dessen Ursprung reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Seitdem überliefern die in Ulm tief verwurzelten Fischer- und Schifferfamilien den Brauch und die damit verbundenen Rituale von einer Generation an die nächste. Die erste noch vorhandene Dokumentation ist ein amtlicher Nachweis aus einem Ratsprotokoll von 1545. Aber der lokalen Sage nach entstand die Idee des Ulmer Fischerstechens sogar noch viel früher, nämlich als Fastnachtsbrauch in Anlehnung an die Ritterturniere der damaligen Zeit.

Gekämpft wird also mit Speeren, allerdings nicht zu Pferde, sondern auf Zillen. Um 1600 wurde das Stechen in den Sommer verlegt und mit dem wichtigsten Stadtfest Ulms, dem Schwörmontag, verbunden. Und so war es am 18. und 20. Juli 2025 wieder so weit: Über 20.000 Zuschauer erlebten den Wettkampf der insgesamt 15 Stecherpaare, die Ulmer Originale sowie Figuren verschiedener Epochen verkörpern, auf der Donau hautnah. Am Ende konnte sich diesmal der „König von Bayern“ als Gesamtsieger durchsetzen. Dabei starteten die Festlichkeiten natürlich auch 2025 mit dem farbenprächtigen Umzug, bei dem rund 300 Teilnehmer in Trachten an beiden Tagen durch Ulm und Neu- Ulm zogen, um ihre Tänze aufzuführen und das Publikum mit ihren Neckereien zu begeistern.

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