Die Tradition der Brauereigaststätten ist in ganz Deutschland tief verwurzelt und eng mit der Braukunst selbst verbunden. Schon immer dienten die Gaststätten dem Zweck, das gebraute Bier direkt vor Ort auszuschenken. Auch die Brauerei Gold Ochsen bildet hier keine Ausnahme. Bis zum Jahr 1960 befand sich der „Goldochsen-Keller“ im Veitsbrunnenweg 4 – im Gebäude, wo heute allein die Verwaltung sitzt. Nun lässt Gold Ochsen diese Tradition wieder aufleben: Voraussichtlich Mitte 2027 wird unter dem Namen „Zum goldenen Ochsen“ wieder eine Brauereigaststätte ihre Pforten öffnen. Zu diesem Zweck verleiht die Brauerei einem historischen Gebäude im Veitsbrunnenweg 3 ganz neuen Glanz. Aus gegebenem Anlass werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die Geschichte.

Die Aufzeichnungen über die Konzessionen der Gebrüder Leibinger im Ulmer Stadtarchiv reichen bis ins Jahr 1861 zurück. In feiner Sütterlinschrift wurden sämtliche Anträge erfasst und können auch heute noch eingesehen werden. 1908 wird dort dann erstmals die Brauereigaststätte „Goldochsen-Keller“ erwähnt: Im Geburtsjahr von August Leibinger III., dem Vater der heutigen Brauerei-
chefin Ulrike Freund, beantragte die Brauerei das Schankrecht für Theodor Hüttig, da sein Vorgänger J. Schlumberger die Pacht beendete. Dieser Antrag musste damals bei der Polizeibehörde erfolgen, die die potenziellen Pächter entsprechend prüfte. Theodor Hüttig bestand diesen Test und führte die Gaststätte, bis 1913 Clemens Klink die Leitung übernahm. Bereits 1914 wurde Ignaz Krippmann neuer Pächter. In einer Zeit, in der Ulm eine Garnisonstadt mit bis zu 10.000 stationierten Soldaten war, müssen die Geschäfte hervorragend gelaufen sein. Schließlich schenkte Ignaz Krippmann bis 1938 Ulms flüssiges Gold aus.

Die Kriegsjahre und der darauffolgende Wiederaufbau
1938 – als Ulm unter der nationalsozialistischen Herrschaft einschneidende Veränderungen erlebte – wurde Otto Anspach Pächter des „Goldochsen-Kellers“. An seiner Seite: seine Frau Leopoldine. Der Pachtvertrag vom 4. August 1938 listet eine Wirtschaft mit Schankraum, Küche und Speisekammer sowie eine Wohnung mit zwei Zimmern und zwei Kammern auf. Den Unterlagen ist außerdem zu entnehmen, dass die Brauereigaststätte bereits in früheren Jahren über eine Kegelbahn verfügte, die 1938 jedoch als Lager für Heizmaterial genutzt wurde. Selbstverständlich zählte zum „Goldochsen-Keller“ ebenfalls eine Gartenwirtschaft. Als Otto Anspach am 1. Oktober 1938 eröffnete, waren die Zeiten unruhig, aber die Unterstützung der Brauerei war ihm gewiss: Bis Juni 1939 musste er keine Pacht bezahlen, danach gingen 2,5 Pfennig pro Liter verkauftem Fass- und Flaschenbier an die Brauerei. Zwei Jahre nach Kriegsbeginn wurde Leopoldine Anspach zur Stellvertreterin ernannt, da ihr Mann der Einberufung zum Heer folgte. Sie führte die Geschäfte mit Unterstützung einer Hilfskraft alleine weiter, bis ihr Mann im November 1948 aus der Gefangenschaft heimkehrte. In dieser Zeit war Ulm mit dem Wiederaufbau beschäftigt und in das Leben der Bürger kehrte langsam wieder Normalität ein – so auch im „Goldochsen-Keller“.

Die 1950er-Jahre
Otto Anspach erholte sich, übernahm wieder die Geschäfte und spürte, wie der Wirtschaftsaufschwung auch in Ulm ankam. Im „Goldochsen-Keller“ wurde wieder gefeiert. Ein Foto vom Kinderfasching im Jahr 1952 ist ein Beweis dafür und erinnert seine Tochter noch heute an diese Zeiten. Mit dem wieder wachsenden Umsatz nahm auch die Anzahl der Mitarbeiter zu: 1956 waren es bereits vier. So ging es bis ins Jahr 1960, als am 31. Juli der Betrieb des „Goldochsen-Kellers“ eingestellt wurde. Otto Anspach übernahm die Schankwirtschaft „Zum Bock” im Söflinger Klosterhof, und damit fand die Geschichte der Gaststätte auf dem Gelände der Brauerei Gold Ochsen ein Ende – erst einmal.

2027 eröffnet die neue Brauereigaststätte „Zum goldenen Ochsen“
Am Veitsbrunnenweg 3, und damit direkt neben der Brauerei, befindet sich ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1852. Dort stehen aktuell zahlreiche Baumaßnahmen wie Teilabriss, Um- und Anbau an. Denn bis Mitte 2027 sollen dort eine Gastwirtschaft, die rund 90 Gästen Platz bietet, Veranstaltungsräume sowie Wohnungen für Mitarbeitende entstehen. Während die sichtbaren Ziegelsteine im künftigen Gastraum aus der Zeit stammen, in der sich das Stammhaus der Brauerei Gold Ochsen noch zwischen Schelergasse, Ochsengässle und Herdbruckerstraße befand, ist die Zapfanlage als Zeugnis modernster Technik geplant: Bis zu zwölf Biersorten und acht alkoholfreie Getränke sollen dort künftig direkt aus der Leitung kommen. In dem nach Süden und Westen ausgerichteten Außenareal wird ein Biergarten mit 150 Plätzen eingerichtet. Ein besonderes Highlight ist der kleine Turm, der erhalten bleibt und saniert wird. Zwar bietet er nur Platz für vier Personen, kann aber für besondere Anlässe reserviert werden.

Mit der Eröffnung der neuen Brauereigaststätte „Zum goldenen Ochsen“ schreibt die Brauerei Gold Ochsen ein neues Kapitel ihrer traditionsreichen Geschichte. Die Verbindung von historischer Bausubstanz mit moderner Technik sowie von gelebter Gastlichkeit mit zeitgemäßer Gastronomie steht sinnbildlich für das Selbstverständnis der Brauerei: Aus der Tradition schöpfen, um die Zukunft zu gestalten.

Unser Gold Ochsen Online Shop

Haben Sie auch Lust auf unsere Gold Ochsen Biervielfalt?
Damit auch Sie das perfekte Bier finden, liefern wir Informationen über Geschmack des Bieres sowie ideal passende Speisen.
flaschen

Mehr News

Gold Ochsen INFO Ausgabe 156

Hotel Gasthof zum Bad – Langenau

Hundskomödie – Ulm

0

Start typing and press Enter to search

Warenkorb
0