Frau Freund, wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag aus?

Ulrike Freund: Meistens starte ich gegen 7:10 Uhr mit einem Rundgang durch die Produktion oder tausche mich zumindest telefonisch mit den zuständigen Kollegen aus. Auch die Bearbeitung des Nachrichteneingangs – egal ob per Post, E-Mail oder Messenger – verschlingt in der Regel etliches an Zeit, bevor ich mich den weiteren tagesaktuellen Aufgaben widmen kann. Das ist immer bunt gemischt, je nach Dringlichkeit. Egal ob es um Kampagnen aus dem Marketing oder die Klärung buchhalterischer Fragen oder Personalentscheidungen geht, es wird gemacht, was anliegt. Eigentlich habe ich überall meine Finger im Spiel. So gönne ich mir durchaus die Zeit, Kundenengagements und Verträge zu prüfen, Machbarkeitsanalysen und Kalkulationen selbst durchzurechnen sowie Sponsorings abzuwägen. Dazwischen kommen meist immer wieder Außentermine. Neben den Belangen von Brauerei und Ulmer Getränke Vertrieb betrifft das auch Immobilienthemen.

Immobilienthemen?

Ulrike Freund: Ja, das ist ein weiteres, nicht unbedeutendes Standbein – neben Bier und alkoholfreien Getränken. Aus der Geschichte heraus gehören zur Brauerei neben Ländereien, auf denen früher beispielsweise Pferde grasten und Fuhrwerke standen, auch Gastronomie-Objekte, die heute vermietet oder verpachtet werden. Solche Aspekte werden meist nicht direkt mit dem Alltag einer Brauereileitung in Verbindung gebracht, machen im Falle von Gold Ochsen aber bestimmt auch zehn Prozent der Geschäftsaktivitäten aus.

Das klingt nach einem weitreichenden Beschäftigungsfeld. Wie gelingt es Ihnen, den Überblick zu behalten?

Ulrike Freund: Das geht schon, wenn man will. Den Aufwand, um überall im Bilde zu bleiben, nehme ich gerne in Kauf. Außerdem habe ich auch ein starkes Team, das mich dabei unterstützt.

Ursprünglich haben Sie mal eine Ausbildung bei der Bank gemacht. Kommt Ihnen das heute noch zugute?

Ulrike Freund: Für mich zählt es, Entscheidungen mit Weitblick zu treffen und dabei das Zusammenwirken unterschiedlichster Faktoren zu beachten. Das Zahlenspiel der Buchhaltung ist das eine, hier konnte ich sicher von meinen Erfahrungen im Bankwesen profitieren. Aber nur damit funktioniert es eben nicht. Man muss gleichzeitig die dahinterstehenden Prozesse kennen. Egal ob Technik, Außendienst oder Marketing: Ich scheue mich nicht davor, selbst das kleinste Detail zu durchdringen beziehungsweise zu hinterfragen, und bringe mich dabei persönlich ein. Man sagt mir in dem Zusammenhang auch eine gewisse Hartnäckigkeit nach. Qualität ist für mich das alles entscheidende Kriterium, in jeder Beziehung.

Was sind Ihre liebsten Aufgaben?

Ulrike Freund: Gerade die Vielseitigkeit meines Jobs macht mir Spaß. Ein besonderes Lieblingsthema gibt es da eigentlich nicht. Mich macht es glücklich, komplexe Probleme zu lösen – egal in welchem Bereich. Bauprojekte sind sicher ein spezielles Steckenpferd von mir. Für die Sanierung der Brauerei haben wir in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen. Ein Großteil unseres Gewinns wird in die laufende Modernisierung gesteckt. Maschinell waren wir ja – nicht zuletzt dank meines Vaters – schon immer gut aufgestellt. Aber die optischen Verschönerungen sind mein Werk. In den letzten Jahren ist die Brauerei zum ‚Schmuckkästle‘ geworden, hier ist Tradition das entscheidende Stichwort. Es ist für mich in dem Zusammenhang auch eine Selbstverständlichkeit, den Bürgern der Region – und damit unseren Kunden – etwas zurückzugeben. Lebensqualität und ein vielfältiges kulturelles Angebot sowie soziales Fundament stehen in unmittelbarem Zusammenhang und müssen bewahrt werden. Insofern beinhaltet meine Aufgabe nicht zuletzt das Engagement für kulturelle wie soziale Einrichtungen und Vereine jeder Art.

Wie bewahren Sie sich Ihren Antrieb?

Ulrike Freund: Mein Schreibtisch steht nicht in ‚irgendeiner‘ Firma, sondern in einem Unternehmen, das zu den Ältesten meiner Heimatstadt Ulm zählt, seit 1867 in den Händen meiner Familie liegt und sich seit 400 Jahren einem Kulturgut verschrieben hat – denn nichts anderes ist Bier. Darüber hinaus geht es um Arbeitsplätze. Die gesellschaftsrelevante Verantwortung und traditionelle Verpflichtungen machen bis heute meine Motivation aus und prägen meinen Alltag.

Frau Freund, vielen Dank für das Gespräch.

Anlässlich des 30. Jubiläums von Ulrike Freund als Geschäftsführerin war auch ein Kamerateam von Regio TV in der Brauerei. Im Beitrag gibt es viele weitere spannende Einblicke.

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