Bierwissen

Bierkunde

Stammtisch-Wissen

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Special

Als Spezial oder Special werden Vollbiere bezeichnet, deren Stammwürzegehalt über 13 Prozent liegt (Vollbiere dürfen zwischen 11 und 14 Prozent Stammwürze haben).

Die Stammwürze ist der Anteil der nicht flüchtigen Stoffe vor der Gärung, die aus dem Malz im Wasser gelöst werden, wie Malzzucker, Eiweiß, Vitamine und Aromastoffe. Vereinfacht ausgedrückt, wird die Würze durch die alkoholische Gärung mit Hefe zu Bier.

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Pils

Pils ist – wenn man ganz Deutschland betrachtet – die gängigste Biersorte. Es ist ein helles, untergäriges Vollbier, das stärker gehopft ist als andere Vollbiere und eine betonte Bittere aufweist. Lange hielt sich die 7-Minuten Regel, die es braucht um ein Pils mit perfekter Blume einzuschenken. Heute geht das in ca. 3 Minuten: man füllt zügig über die Hälfte des Glases mit Bier und setzt, wenn der Schaum zurückgeht, dem Glas die Schaumkrone auf.

Im südlichen Teil von Deutschland sieht das etwas anders aus. In Oberbayern und bayerisch Schwaben dominiert nicht das Pils sondern „Helles“.

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„Helles“ Lager & Co

Ursprünglich gaben die Bezeichnungen Export und Lager Auskunft über den Verwendungszweck der Biere. In beiden Fällen mussten sie länger haltbar sein und wurden deswegen stärker eingebraut.

Heute unterscheidet die Bierverordnung nach folgenden Kriterien: Lager ist ein helles Vollbier mit geringerer Bittere und einem Stammwürzegehalt um elf, maximal zwölf Prozent. Exportbiere haben in der Regel einen Stammwürzegehalt von zirka 12,5 Prozent und sind damit etwas malzbetonter.

Helles Lager oder helles Export ist besonders in Baden-Württemberg und Bayern beliebt.

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Naturtrübe Biere

Früher kam meist nur der Braumeister in den Genuss des perfekt gereiften, unfiltrierten Bieres, denn er musste den Lagertanks immer wieder Proben entnehmen und anhand des Geschmacks den optimalen Zeitpunkt für die Filtration und Abfüllung zu bestimmen. Heute ist naturtrübes Bier ein ausgesprochen vollmundiges und süffiges Geschmackserlebnis für alle Bierliebhaber.

Die wertvollen Inhaltsstoffe setzen sich am Flaschenboden ab und können vor dem Genuss aufgeschüttelt werden.

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Weizenbiere

Zur Herstellung wird mindestens zur Hälfte Weizenmalz verwendet anstelle des sonst üblichen Gerstenmalzes. Weizenbiere sind obergärige Biere, das heißt, die Hefen „arbeiten“ bei Temperaturen zwischen 15-20 Grad Celsius. Die wärmeren Gärtemperaturen führen zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen, die den Bieren besondere Spritzigkeit und ein fruchtiges Aroma verleihen.

In der Regel haben Weizenbiere eine Stammwürze zwischen 11 und 14 Prozent und der Alkoholgehalt liegt bei 5 – 6 % vol.

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Leicht- und Alkoholfreie Biere

Damit der echte Biergeschmack erhalten bleibt – ganz gleich ob Pils, Lager oder Weizenbier – wird zunächst das Bier ganz normal mit Alkohol gebraut. Anschließend wird der Alkohol teilweise oder ganz entzogen. Das kann durch Osmoseverfahren, Dialyseverfahren, Vakuumdestillation oder Dünnschichtverdampfung erfolgen.

Alkoholreduzierte oder -freie Biere haben auch deutlich weniger Kalorien als das Vollbier. Allerdings sind auch alkoholfreie Biere nicht ganz frei von Alkohol. Sie dürfen einen Restalkohol von maximal 0,5 % vol. aufweisen.

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Darum heißt Radler Radler

Franz Xaver Kugler lies Anfang des letzten Jahrhunderts einen Fahrradweg durch den Wald zu seiner Kugleralm anlegen.

Als er an einem Samstag im Juni 1922 für den Gästeansturm nicht genügend Bier im Keller hatte, begann er dieses mit Zitronenlimonade zu strecken und propagierte es als seine spezielle Erfindung für Radler, damit diese nicht schwankend nach Hause führen. So entstand die „Radlermaß“.

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Das Malz macht´s!

Das Mälzen steht noch vor dem eigentlichen Brauprozess und ist doch so entscheidend für die Qualität und Geschmack des Bieres. Die Beschaffenheit der Gerste, die Art des Keimens und Darrens bestimmt Gehalt und Aroma des Bieres.

Je nach Darr-Temperatur entsteht helles oder dunkles Malz und daraus dann helles oder dunkles Bier. Für helles Malz wird das Grünmalz bei bis zu 80 Grad getrocknet, für dunkles bei 100 bis 110 Grad.

Die Temperatur darf nur ganz vorsichtig gesteigert werden, damit das Wasser langsam entweicht und winzige Hohlräume im Malzkorn entstehen, die es mürbe und süß machen.

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Bockbiere

Sie gehören zu den Starkbieren und können ober- oder untergärig sein. Ihre Stammwürze liegt über 16% und der Alkoholgehalt bei oder über 6,5% vol.. Beim Doppelbock muss die Stammwürze sogar mindestens 18% betragen.

Die speziellen Malze machen das Bockbier besonders vollmundig und reich an malzigen Röstaromen. Die Karamellsüße und der hohe Alkoholgehalt werden durch die Hopfenbittere besonders hervorgehoben. Bockbier wird häufig saisonal – Frühjahr oder Weihnachten – und  zu besonderen Gelegenheiten in geringeren Mengen hergestellt.

In den Klöstern braute man das kalorienreiche Bier zur Stärkung während der entbehrungsreichen Fastenzeit speziell ein.

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Craft Biere

Craft Beer heißt übersetzt eigentlich „handwerklich gebrautes Bier“. Es geht dabei aber weniger um die Bierherstellung, sondern eher um die Leidenschaft und Kreativität die dahinter steckt, neue, ausgefallene Biere zu brauen. Charaktervolle Biere mit viel Geschmack. Es entstehen einzigartige Kreationen, die sich zum Beispiel durch Holzfasslagerung, Kombinationen verschiedener hochwertiger Hopfensorten und Malze oder die Verwendung oder Entwicklung spezieller Brauverfahren von handelsüblichen Bieren unterscheiden.

Die Bewegung startete in den USA und schwappt langsam aber sicher nach Europa und ist jetzt auch bei uns in Deutschland angekommen.

„Hinter dem Begriff Craft Beer steckt eine einzigartige Bewegung leidenschaftlicher Biertrinker auf der ganzen Welt.“

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